Physiologische Veränderung – Neuromuskuläre Veränderung

Das einfache Einsetzen eines Aqualizers erzeugt eine neuromuskulär gesteuerte Unterkiefer – Position unter Ausschluss jeglicher okklusaler Interferenzen. Der Unterkiefer wird automatisch in eine ausbalancierte mus-kelgesteuerte Position geführt. Kaukräfte sowie axiale Verschiebungen im Unterkiefer werden kompensiert. Nach wenigen Minuten erreicht man eine entspannte, balancierte Unterkiefer-Position.

Die Okklusion und mögliche Auswirkung von occlusalen Interferenzen auf den Patienten

Die Okklusion ist einer ständigen Veränderung ausgesetzt. Jede Restauration, Extraktion, prothetische Ver-sorgung sowie kieferorthopädische Behandlungen verändern immer die Okklusion in Statik und Dynamik. Schon kleinste okklusale Interferenzen im μ-Bereich werden über die propriorezeptiven Informationen des stomathognathen Systems als störend empfunden. Dadurch kommt es zu Knirsch- und Pressmechanismen, die eine funktionelle Belastung des kraniomandibulären Systems auslösen können. Dies kann zu einer Überbelastung der Zähne, Paradontien, Muskeln und Kiefergelenken führen.

Es ist wichtig, funktionelle Störungen im craniomandibulären System zu erkennen. Iatrogene Noxen können Störungen in einer habituellen Okklusion des Patienten auslösen. Akute funktionelle Störungen wie Knir-schen oder Pressen können langfristig chronische Störungen bewirken. Eine ständige parafunktionelle Überbelastung kann zu destruktivenVeränderungen an den Zähnen, Paradontien, Muskulatur und Kiefer-gelenken führen.

Bei Patienten, die nach neuen Füllungen, Kronen, Bücken, aber auch nach kieferorthopädischen Behand-lungen über die typischen Symptome klagen (CDM-Syndrom), sollte auf jeden Fall die Okklusion eingehend geprüft werden. Frühkontakte werden oft als unangenehm empfunden. Die Zähne haben eine reflektorische Funktion, die durch die Propiorezeptoren im Zahnhalteapparat, Zahnkontakte sowie Frühkontakte sofort registrieren. Über diesen Regelkreis werden die Kaukraft und somit die Muskelfunktion gesteuert. Ist dieser Regelkreis durch eine okklusale Interferenz gestört, versucht der Patient, diese zu kompensieren, indem er eine neue HIKP einnimmt mit den entsprechenden Folgen für die beteiligten Gewebestrukturen.

Schlucken und Okklusion

Weisen Sie Ihren Patienten an, sich zu entspannen und beim Zubeißen auf das Wasserpolster zu schlucken. Die Seitenzähne sind beim Schluckvorgang in HIKP. Der Unterkiefer wird dabei als stabile Unterlage für den Schluckvorgang benötigt. Dabei werden 26 Muskelgruppen und 5 Hirnnervenpaare durch das ZNS gesteuert und koordiniert. Liegt eine fehlerhafte Okklusion vor, kann der Schluckvorgang gestört sein. Der Aqualizer kann diese fehlerhafte Okklusion kompensieren und somit den Schluckvorgang unterstützen. Gesunde Erwachsene schlucken pro Tag zwischen 580 – 2000 mal.

Kompensieren von störenden Frühkontakten

Alle biologischen Systeme haben die Fähigkeit physiologische Defizite zu kompensieren. Störende okklusale Frühkontakte, auch wenn sie nur 20µ betragen werden durch die feine Sensorik der Zähne registriert. Der Patient weicht dem Frühkontakt beim Schließen der Zahnreihen aus und nimmt eine neue HIKP ein. Mit Hilfe eines Aqualizers kann man diesen habituellen statischen Einfluss unterbinden.

  

 

Eine habituelle Okklusion hat einen statischen Einfluss auf die Positionierung der Kondylen. Im Idealfall befinden sich die Kondylen in Zentrik oder in einer zentriknahen Position. Im ungünstigen Fall können die Kondylen auch in eine retrale Kondylenposition abgleiten.

Durch den permanenten Druck auf die bilaminäre Zone des Kiefergelenks, können Schmerzen, Schwindel, Tinnitus, etc. ausgelöst werden. Die Bilaminäre Zone besteht aus Bindegewebe das mit vielen Blutgefäßen und Nerven durchsetzt ist.